Preußen-Marathon

  1. DSC Arminia Bielefeld (A): 2:2
  2. SV Wehen Wiesbaden (H): 1:1
  3. FC Carl Zeiss Jena (H): 1:0
  4. SSV Jahn Regensburg (A): 1:2
  5. VfL Osnabrück (H): 1:0
  6. SV Wacker Burghausen (A): 1:2

Sind leider doch nur sechs Spiele geworden, dabei aber zwei kapitale Auswärtsfahrten.

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Tor des Monats

In diesen Tagen wird in der Sportschau wieder das Tor des Monats gesucht, und dieses Mal ist auch ein Preuße dabei: Dennis Grotes Treffer in Bielefeld steht als Nummer 5 zur Auswahl. Der fulminante Schuß war der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1. Das Tor war nicht nur wunderschön, sondern auch ein Derbytor, und obendrein gegen Bielefeld, und deswegen verdient es, zum Tor des Monats gewählt zu werden.

Also, lieber Blogleser, auch wenn Preußen nicht dein Verein ist, solltest du jetzt auf die Seite der Sportschau gehen und für Tor Nummer 5 stimmen. Obendrein kann man sogar ein Auto gewinnen (so als Bonus für die gute Tat).

Hier gehts zur Wahl: http://www.sportschau.de/sp/tor_des_monats/index.jsp

Und hier könnt ihr das Tor noch einmal anschauen  (ab 2:06):

Bielefeld gibt es doch (Teil 3)

Ich kehre noch vor Ende der Halbzeitpause an meinen Platz zurück, es läuft noch ein bißchen Musik, und dann kehren auch die Mannschaften auf ihren Platz zurück, nämlich en großen grünen in der Mitte des Stadions. Der Platz rechts neben mir ist noch unbesetzt, alle anderen scheinen da zu sein. Alles ist bereitet für eine spannende zweite Hälfte.

Die beginnt mit der Rückkehr meines Arminen-Nachbarn. Er hat ein Bier dabei und hält es mir zum Anstoßen hin. „Prost“, sagen wir beide, er fügt „Auf die Arminia“ hinzu, ich kontere mit „Auf die Preußen“, woraufhin nur Gegrummel zurückkommt. Ich scheine das Spiel derzeit mehr zu genießen als er. Ich habe gerade dieses Gefühl von „Hier geht noch was“, er dagegen scheint nach dem Augleich Schlimmes zu befürchten. Diese Stimmungsverteilung ändert sich recht bald, weil sich nur wenige Minuten nach der Pause ein Arminenspieler gegen vier Preußen-Abwehrleute durchsetzt (speziell Stefan Kühne, wie ich hinterher sah) und die erneute Führung für die Gastgeber erzielt. Alles springt auf, ich bleibe sitzen und vergrabe das Gesicht in den Händen. Was zum geier war das denn? Der Armine wuschelt mir tröstend (oder wohl eher spöttisch) durch das dünne Haar. Ich stehe auch auf, um mir einen Überblick zu verschaffen, aber viel gibt es jetzt nicht zu sehen. In der Folge ist das Spiel eher flach, also vom Niveau her, denn die Bälle fliegen in ungeahnte Höhen, und immer hat ein Armine den Kopf dran. Hoch kommen heute auch unsere Ecken, sie werden aber allesamt vom Schnapper der Bielefelder weggefischt. Preußen ist bemüht, aber wirkungslos, während Arminia immer wieder mal Alarm macht. Irgendwann hat Preußen sogar eine richtige Torchance, und wie der den drübergeschossen hat, weiß ich immer noch nicht. Die Minuten verrinnen, und mein persönliches Highlight ist die Bekanntgabe der Zuschauerzahl: 21203, also fast genau das, was ich getippt habe.

Die letzte Viertelstunde wird eingeläutet, Preußen müht sich um den Ausgleich, ist aber weiterhin harmlos. Mein Bielefelder Nachbar rauft sich trotzdem die Haare, wenn Preußen es mal ins Arminendrittel schafft. Ich habe derweil alle Hoffnung fahren lassen, da kann doch nichts rauskommen. Wieder ein Ball nach vorne, wieder ins Aus, wieder ist ein Gegenspieler dran, hier passiert dich nichts ernstes mehr. Vielleicht kriegen wir wieder unser obligatorisches Abschlußgegentor? wie durch ein Wunder geht es heute andersherum, und Joe Vunguidica macht in der 90. Minute den Ausgleich. Der Armine neben mir sackt in sich zusammen, während ich aufspringe und mich wie ein Honigkuchenpferd freue. Noch zwei minuten zittern, dann ist es vorbei. Unentschieden, mal wieder. Fühlt sich aber an wie Gewonnen, klar, wir haben ja auch den späten Ausgleich gemacht. Hilft uns tabellarisch natürlich nicht wirlich weiter. Während ich noch grübele, gibt es auf dem Platz Tumult und Geschrei, die Bielefelder Fans pfeifen; offenbar hat Joe den Arminen den Finger gezeigt, so sagen es zumindest die Leute hinter mir. Mein Arminennachbar macht sich vom Acker, wir verabschieden uns per Handschlag und wünschen uns gegenseitig einen schönen Tag.

Ich filme noch ein bißchen mit der Digitalkamera das Geschehen und gehe dann auch Richtung Ausgang. ich bin noch nicht aus der Sitzreihe raus, da meldet sich der Stadionsprecher mit den Ergebnissen der Liga. Wehen und Oberhausen haben gewonnen, na super. Das macht das Remis umso ärgerlicher. Wenn es ganz blöd läuft, stehen wir nächste Woche auf einem Abstiegsplatz. Meine gute Laune ist wie weggeblasen, ich stapfe mißmutig die Treppe herunter und versuche, meinen bepfandeten Becher loszuwerden. Gar nicht so leicht, denn an der Bude gibt es kein Kleingeld mehr. Zum Glück hat jemand anders Kleingeld und hilft aus, und dann gehe ich zurück zur Stadtbahn, fahre Richtung Hauptbahnhof und schlage mir noch eine halbe Stunde um die Ohren, bis mein Zug kommt. Da ich in Zivil bin, stört mich niemand, und auch vom Preußenmob bekomme ich kaum etwas mit.

Mein ICE ist leicht verspätet, macht aber nichts. Am Abhnsteig treffe ich einen Bekannten, der auch mit dem ICE fährt. Ich habe seinen namen vergessen, aber wir plaudern auch nur fünf Minuten, dann trennen sich unsere Wege, weil er mit dem anderen Teil fährt (der ICE trennt sich in Hamm). Auf der Heimfahrt lese ich die FAZ und denke nicht viel an Preußen. Erst zuhause geht es ab ins Forum, Eindrücke lesen und so. Es herrscht mal wieder Untergangsstimmung, wie so oft in den letzten Wochen. Quo vadis, SC Preußen? Ich weiß es nicht.

Fazit: Das war ein toller Fußballtag, in Bundesligaatmosphäre, mit einem glücklichen Ergebnis, mit einem Auf und Ab an Gefühlen, mit dem schönen Gefühl des Torjubels und dem schlimmen Gefühl des Gegentors. „Moralischer Derbysieger“ kann man vielleicht sagen, aber die Siege der Konkurrenten lassen sogar den einen Punkt bitter schmecken. Nun, wenn wir die Klasse halten, werden wir wohl nächstes Jahr wieder auf der Alm antreten, und vielleicht fahre ich dann wieder mit. Bis dahin bleibt zu sagen, daß Bielefeld doch sehr real wirkt, und falls ich gar nicht dort, sondern woanders war, war die Illusion hervorragend. Und damit genug vom Fußball, ich brauche jetzt ein paar Tage Pause, und dann wartet am nächsten Samstag das „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Wehen. Hoffentlich wirds dann besser.

(Teil 1)

(Teil 2)

Bielefeld gibt es doch (Teil 2)

Von links höre ich den Support des Preußenblocks, von rechts den Sound der Südtribüne. Die Mannschaften kommen auf den Platz, ebenso das Schiedsrichtergespann. Okay, seis drum, auf gehts!

Das Fußballspiel entwickelt sch so, naja, so lala. Nicht sehr ansehnlich, nicht sehr erfolgreich für die Preußen. Immer wenn Bielefeld nach vorn kommt, gibt es Alarm für die Preußen-Abwehr. Das sind auch die Momente, bei denen ich aufstehe; alle springen bei diesen Angriffen auf, und ich will ja auch was sehen. Allerdings setzen sich auch nach wenigen Sekunden alle wieder hin, da herrscht englische Disziplin (in den englischen Stadien, die ja reine Sitzplatz-Arenen sind, gibt es Vorschriften für sowas…ein paar Sekunden Aufstehen ist bei spannenden Situationen erlaubt, aber mehr nicht). Derweil tönt weiter der Support der Fanblöcke durchs Stadion, wobei die Bielefelder meist lauter sind. Sie singen Standardsachen, nichts Ausgefallenes, aber meistens gehen gleich ein paar Hundert Mann mit, und das ergibt Lautstärke. Ab und zu klappt das auch im Preußenblock, so daß sie durchaus zu hören sind.

Alles ändert sich, als das erste Gegentor fällt. Gerade hatte Preußen eine gute Phase, da schafft Bielefeld nach einem weiten Einwurf das 1:0. Die Arena tobt, um mich herum springt alles auf, ich balle die Fäuste und ärgere mich. Ein Teil von mir will „Preußen, Preußen“ rufen, aber ich halte mich ersmal zurück. Der Support der Preußenfans wird in der Folge leider, während die Bifis Oberwasser haben und richtig einen raushauen. Klar, mit Führung im Rücken lebt es sich leichter. Keine zehn Minuten später wirft der Bielefelder Torwart schlecht ab, Grote (wußte ich da nicht, hörte ich erst nach dem Spiel) bekommt den Ball vor die Füße, geht noch ein paar Schritte und haut den Ball aus 30 Metern in den Winkel. Ein wunderschöner Sonntagsschuß am Samstagnachmittag! Ich springe auf, juble, schlage ein mit dem Preußenfans hinter mir, gehöre damit zu den wenigen in meiner Umgebung, die sich freuen. Der ungemütlich aussehende Arminenfan zu meiner Rechten schaut mich böse an, stellt gerade zum ersten Mal fest, daß ich ja einen grünen Pulli trage. „Bist du Preußenfan?“ fragt er mißtrauisch, und ich bejahe natürlich. Ich bin jetzt erstmal gut gelaunt, nach diesem Ausgleich geht ja vielleicht doch noch was. Erst später fällt mir auf, daß das ja auch kein herausgepielter Treffer war, sondern eben ein Sonntagsschuß. Aber was schert mich das in den Momenten nach dem Tor?

Als der Stadionsprecher das Tor ansagt, fällt mir zum ersten Mal auf, daß er die Worte „Preußen“ und „Münster“ die ganze Zeit konsequent nicht benutzt, sondern uns umschreibt. „Die Gäste“, „die Adlerträger“, auch mal „die anderen da“, aber keine Nennung des Teamnamens (und meistens auch keine Nennung anderer Namen). Die Idee gefällt mir, wie so vieles in diesem Stadion (so ungern ich es sage). Nun, mit dem 1:1 geht es in die Halbzeit. Ich warte noch zwei oder drei Minuten, bevor ich den Innenraum verlasse, um Bier wegzubringen und neues zu holen, und kann während dieser Zeit unten auf dem Rasen Ansgar „Trinkmann“ Brinkmann beim Interview beobachten (und fotografieren).

An der Herrentoilette ist eine lange Schlange (naja, ein Pulk), aber es geht zügig und flüssig voran (pun intended). Am Biertand ist natürlich richtig was los, aber praktischerweise laufen auch einige mobile Zapfer in der Gegend herum, die das Gebräu (Krombacher, also ordentliches Bier) zum selben Preis und ebenso kühl ausschenken, also greife ich dort zu, nahezu ohne Wartezeit. Ich kehre noch vor Ende der Halbzeitpause an meinen Platz zurück´, es läuft noch ein bißchen Musik, und dann kehren auch die Mannschaften auf ihren Platz zurück, nämlich en großen grünen in der Mitte des Stadions. Der Platz rechts neben mir ist noch unbesetzt, alle anderen scheinen da zu sein. Alles ist bereitet für eine spannende zweite Hälfte.

(Hier geht es weiter mit Teil 3)

(Und hier gibt es noch Teil 1)

Bielefeld gibt es doch (Teil 1)

Derbytime war heute angesagt auf der Bielefelder Alm, die heutzutage SCHÜCO-Arena heißt (was ist SCHÜCO eigentlich?). Ich bin die Tour etwas unkonventionell angegangen, dafür war das ganze aber auch komfortabler als beim Normalprogramm. Ich war heute in Zivil unterwegs, also ohne Preußenklamotten; Preußenfarben trug ich aber doch (schwarze Hose, weißes T-Shirt, grüner Pullover). Angereist bin ich wie üblich mit der Bahn, habe allerdings ab Duisburg den ICE genommen. Sehr bequem, wenn auch die alten ICEs mit dem ganzen türkisfarbenen Plastik irgendwie seltsam aussehen. Jedenfalls bin ich gut angekommen und habe, da ich früh da war, habe ich ein bißchen die Stadt erkundigt, die erstaunlich real wirkte. Ich habe mir dann in einem netten Cafe einen Espresso gegönnt (dann war ich wach), dann wieder zum Bahnhof, Rucksack im Schließfach gelassen und die Stadtbahn Richtung Stadion genommen.

Die Stadtbahn war rappelvoll (naja, zwei oder drei Leute hätten wohl noch gepaßt), weil eben viele Leute zum Stadion wollten. An der Haltestelle „Dr.-Oetker-Halle“ leerte sich die Bahn, ich bin aber noch eine weitergefahren, ganz nach Anweisung von der Arminen-Homepage, die für die Westtribüne die Haltestelle „Graf-von-Stauffenberg-Straße“ empfiehlt. Ja, ich hatte mir ein Ticket für die Westtribüne bestellt, ganz zentral, also fast Höhe Mittellinie, beste Kategorie außerhalb der VIP-Plätze. Nach kurzem Fußmarsch erreichte ich das Stadiongelände, und nach kurzem Abtasten war ich drin.

Das Bielefelder Stadion ist ja schon ein schönes Teil (ich sage es ja ungern, aber es ist so). Ich habe erstmal meinen Platz aufgesucht. Reihe 9, das ist der unterste Bereich, direkt vorm Wellenbrecher (wofür auch immer man den braucht auf einer reinen Sitztribüne), und als Bonus gerade hinter der Preußenbank. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Plätze um mich herum leer; ich habe ein paar Bilder gemacht und bin dann erstmal wieder in den Außenbereich, habe mich mit Bier und Bratwurst versorgt, noch ein bißchen herumgehangen und dann 15 Minuten vor Anpfiff wieder an meinen Platz. Jetzt lernte ich auch due Leute kennen, mit denen ich dieses Spiel verbringen würde: Zur Linken ein älterer Herr, selbst Armine, aber der Schwiegersohn Preußenfan (saß daneben);  direkt hinter mir ein Preußenfan im Trikot; zu meiner Rechten ein Arminenfan in Jeanskluft, der ein bißchen ungemütlich wirkte. Von links höre ich den Support des Preußenblocks, von rechts den Sound der Südtribüne. Die Mannschaften kommen auf den Platz, ebenso das Schiedsrichtergespann. Okay, seis drum, auf gehts!

(Fortsetzung folgt. Das wird hier so lang, daß ich jetzt diesen Teil schon mal raushaue, der Rest kommt entweder noch heute abend oder morgen früh.)

(Hier geht es weiter mit Teil 2)

(Und hier ist Teil 3)